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F2F Reise Estland

18.09.2007 - 22.09.2007
Tallinn

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F2F Reise Estland

Tagebuch

Dienstag

Treffpunkt SXF. Flughafen Berlin Schönefeld. Aus ganz Deutschland reisen sie an, F2F-Mitglieder, die ein Ziel verbindet: TLL. Tallinn. Wer F2F7 mit dem Partnerland Estland erlebt hat, der ist angefixt. Neugierig darauf, jetzt die frische Brise zu schnuppern, von der die im März auf der Stuttgarter Konferenz präsentierten Arbeiten getragen waren. Und brennend interessiert daran, vor Ort zu sehen, wie professionelle Gestalter in einem Land arbeiten, in dem der Aufbruch überall zu spüren ist. Dynamik, Optimismus und Wachstum prägt Wirtschaft und Gesellschaft heute in Estland.

Doch zunächst stellen wir uns in der alten Hansestadt Tallinn face-to-face der Geschichte: Olde Hansa heißt das Traditionsrestaurant, das dank seiner konsequent mittelalterlichen Gestaltung sogar am Wettbewerb um den European Design Management Award teilnimmt. Dort treffen wir Ilona Gurjanova vom estnischen Designerverband EDL Eesti Disainerite Liit, Riina Leminsky und Evely Baum vom Hamburger Büro der estnischen Wirtschaftsförderung Enterprise Estonia.
Bei Kerzenschein und der charmantesten Bewirtung, die wir uns vorstellen können, fließt Bier in Kannen. Mit Kräuter- und Zimtgeschmack, ganz nach Belieben. Wir genießen das „Fleischgericht des Großkaufmanns“, ein gutes „über Nacht in Bier mariniertes Schwein nach dem Geschmack der Hanse-Kaufleute“. Dazu Linsenbrei des Kreuzritters, Nuss-Gerstenbrei und Ingwer-Kohlrüben ... Auf die nach Rezepten des ehrenwerten Kochs Frederik bereiteten Würste vom Bären verzichten wir.

Mittwoch

Bunt geht es weiter am nächsten Morgen: Der Tag beginnt mit einer Führung durch das Kunstmuseum KUMU. Das kennen wir ja schon von der F2F7. Doch die Realität übertrifft die Bilder bei weitem! Hightech gibt es gleich danach bei Skype. – Ja, Skype sitzt in Estland. Ein multinationales Team ist dort für die gesamte Entwicklung verantwortlich. Schwer beeindruckend, wie jung und frisch alles daherkommt – das Team und die Büroarchitektur gleichermaßen. Sogar eine Mitarbeitersauna gibt es zwischen den Büros. Und extrem kleine Zellen, in die man sich zurückziehen kann, um einmal ungestört zu arbeiten. Darin ist kaum mehr Platz als für einen Stuhl und ein Telefon. Das Notebook ist ein Laptop. Wo der hingehört, sagt ja schon der Name. Einen wohltuenden, nicht minder hemdsärmeligen Kontrast erleben wir im Designbüro Velvet. Dort lernen wir Mairi Hyydmaa kennen. Mit ihr landen wir in einem Studentenclub zum Abendessen. Geschlossene Gesellschaft. Wir kommen rein. – Nein, den Club im ersten Stock eines Wohnhauses in der Altstadt hätten wir niemals allein gefunden. Face-to-face kommen wir mit jungen Esten ins Gespräch und genießen einen langen Abend.

Donnerstag

International Regional Meeting on Design Support. Das ist eine Expertenkonferenz der Designzentren und Designerverbände aus den skandinavischen und osteuropäischen Ländern, die an wechselnden Orten tagt, diesmal im KUMU. Eine richtig internationale Gesellschaft. Face to Face ist mit der größten Delegation dabei. Unsere Mitglieder Professor Peter Raacke, Gudrun Hölzer, Dagmar Korintenberg, Sibylle Schlaich, Uwe Melichar und Rafael Yupanqui engagieren sich mit eigenen Vorträgen.

Und am Abend? Die Nacht wird heiß. Im Fabrikloft – oder ist es ein ehemaliges Kraftwerk? – verleiht das Magazin RUUM die Preise zu einem Architekturwettbewerb. Dazu fließen Wodka, Bier und Kartoffelsuppe. Es geht heftig zu, Musik und Tanzbeine flirren, alles ist ziemlich unübersichtlich – und irgendwann vorbei.

Freitag

Alle klaren Köpfe finden sich im Bus wieder, zur Architektur-Stadtrundfahrt. In Tallinn kann man nämlich einiges entdecken. Und mit Anleitung ist das noch einfacher. Allerdings nicht, wenn es in Strömen gießt, die Scheiben im Bus beschlagen sind und das Dach undicht ist. Nett war es allemal. Der Stopp an der Soo-Soo-Galerie ist mit einer kräftigen Dusche verbunden, die Plakat-Ausstellung ist zum Glück trocken geblieben.

Unsere Langschläfer stoßen am frühen Nachmittag dazu: zum hochoffiziellen Empfang im Rathaus, der anlässlich der bevorstehenden Design-Nacht gegeben wird. Häppchen, Schlückchen, Schwätzchen. Und bevor es dann weiter auf eigene Faust in die Design-Nacht geht, setzen wir uns im Restaurant Moskva zusammen. Siebziger Jahre Club-Atmosphäre, prima Essen und eine Überraschung: Henning Horn bietet Professor Peter Raacke die Ehrenmitgliedschaft an. (Die er auch annimmt.) Gründlich Anstoßen darauf, und weiter ins Designgeschehen ...

Samstag

Abschiedstag. Wieder war die Reise zu kurz. Face to Face hat zusammengeführt und zusammengefunden. Und so nehmen wir auch noch Ilona Gurjanova für ihr Engagement als Ehrenmitglied auf. Doch wenn es am schönsten ist, soll man ja aufhören ... Deshalb dürfen wir uns ab jetzt auf die nächste Mitgliederreise freuen. Wohin die uns wohl führen wird – nach Polen? Oder Malaysia?

Henning Horn, Henning Horn PR